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Future of Organizations

Mit künstlicher Intelligenz und exponentiellem Wachstum kommt nun ein weiterer großer, globaler Trend ins Business und hält Einzug in die Gesellschaft und die internationale Politik. Singularität erhält dadurch als Begriff Nachdruck. Die Singularity Summit 2018 in Berlin führte die großen Herausforderungen und Chancen, die die Zukunft innehält vor Augen und brachte Business Personen aus Deutschland und Top Leader aus ganzer Welt zusammen.

Das Programm der Summit kombinierte verschiedene Disziplinen und deckte verschiedene Business Cases (Roboter, Virtuelle Realität und Business Development – Vodafone’s Mission zum Mond), Politikwissenschaften & Ökonomie, Cybersicherheit und Führung ab. All jene zeigten hin zum Trend von exponentieller Entwicklung.

Pascal Finette’s Vortrag über Führung und Organisationen im Zeitalter exponentiellen Wachstums beinhaltete ein greifbare Zusammenfassung wichtiger Punkte um als Organisation in diesem Zeitalter zu wachsen.

“Es ist das erste Mal in der menschlichen Geschichte, dass Individuen, Personen und Gemeinschaften die gleiche Innovationskraft ausüben wie große Unternehmen oder sogar Nationen”.

Finette unterstreicht diesen Trend und sieht ihn als Möglichkeit zu innovieren und sich zu verändern in den Zeiten des VUCA (Volatilität, Unsicherheit, Komplexität und Ambiguität), wo die durchschnittliche Lebensdauer eines Fortune 500 Unternehmens 18 Jahre beträgt.

Um diesen Trend nachkommen zu können, empfiehlt er die folgenden Punkte:

Transformation der „weichen Bausteine“ des Unternehmens, um im Zeitalter des Digitalen Wandels mitzuhalten.

Aktuelle Marktentwicklungen schlagen sich im Business Model, im operativen Geschäft, der Organisation, Kultur, Mission & Zweck und den Menschen nieder.

Wenn Unternehmen sich digital transformieren, begehen sie für gewöhnlich einen Fehler. Sie transformieren sich nicht über das operative Geschäft hinaus, da Berater nicht darüber hinaus tätig werden und kulturell beraten. Dementsprechend versagt Digitale Transformation, wenn nicht auch der organisationale Teil des Unternehmens transformiert wird. Finette fasst zusammen, „Digitale Transformation ist nicht kompliziert – Sie ist nur schwer.“

Business Modell: Einzigartigkeit kreieren & Überfluss nutzen.

Einzigartigkeit wird kreiert mittels einer starken Markenstrategie, sozialer Interaktion, Erfahrung und Personalisierung.

Die Frequenz an Innovationen hat zugenommen, welches sich auf den Markt auswirkt. Business Modelle werden herausgefordert, erhalten aber gleichzeitig Chancen durch Überfluss an Innovationsmöglichkeiten, da der Preis für Kreation, Duplikation, Verteilung und Aufbewahrung von Daten sinkt und der Zugang zu digitalen Produkten zunehmend leichter wird, da diese einfach ausgetauscht, verbunden, gemessen und programmiert werden können.

Daher setzen Unternehmen wie z.B. Louis Vuitton auf eine starke Markenstrategie oder Starbucks, der dritte Platz neben dem Heim und der Arbeit, kreiert soziale Interaktion, der Apple Store zieht seine Kunden mit einer einzigartigen Kundenerfahrung an oder Adidas setzt auf personalisierte Schuhe – alles um sein Geschäftsmodel rar und einzigartig zu machen.

Nutze den Überfluss und werde zur Plattform.

Über eine Plattform erhalten Kunden Zugang und Leichtigkeit um das Produkt zu kaufen. Als Anbieter können die Kunden zudem mit kurierten Inhalten mit der Marke verbunden werden. 

Und nun kommt das operative Modell, die eigentlich dritte Schicht von Finette’s Modell.

Operatives Modell: Transformiere dich, um exponentiell wachsen zu können, Ideen zu implementieren und diese zu skalieren.

Die Implementierung von 4 der 10 folgenden Aspekte, nach Salim Ismail, bringt ein Unternehmen dazu sich exponentiell zu skalieren und einen „Massiv transformativen Zweck“ zu erfüllen. Die Ideengeneration erfolgt durch smarte Schnittstellen, Dashboards, Experimentieren, die Erlaubnis für Anonymität und soziale Interaktionen. Die Skalierung erfolgt durch Personalbesetzung auf Anfrage, Gemeinschaft, Algorithmen, wirksam eingesetzte Produktionsmittel und das Engagement der Mitarbeiter.

Okay, und nun kommen wir zur Organisation, der vierten Schicht von Finette’s Modell.

Organisation: Eine Unternehmung sollte wie ein Vogelschwarm aufgebaut sein – wissend wohin man geht ohne einen Chef.

Indem sich Vögel in Schwärmen relativ zu ihrem Nachbarn organisieren, so Finette, wissen sie wohin sie fliegen müssen. Für ein Unternehmen ist es zunehmend wichtig vom Chaos hin zur Ordnung zu arbeiten und beide Richtungen in „Chaords“ zu vereinbaren.

Solche Systeme bringen Innovationen und robuste sowie skalierbare Geschäftsmodelle hervor. Um dies zu erreichen sind folgende Punkte für ein internationales Unternehmen wichtig: eine Einstimmigkeit für Kernprinzipe, eine Verteilung der Entscheidungskompetenzen, Autoritätsaufbau in Knotenpunkten eines Unternehmens und Wege um diese Autorität herum.

Kultur, der fünfte Baustein und der wichtigste in Finette’s Modell.

Kultur: “Kultur isst Strategie zum Frühstück”. Versuch aus deinen Fehlern zu Lernen und weiterzumachen.

Die Unternehmenskultur ist etwas sehr persönliches, wozu es kein einheitliches Rezept gibt. Es gibt allerdings Aspekte, die wegweisend für die digitale Transformation sind: Zunächst erläutert Finette die Idee des Scheiterns. Finette erklärt, dass schnelles und häufiges Scheitern nicht empfehlenswert ist und empfiehlt kluges Scheitern und das Lernen hieraus. Das Scheitern verursacht neurologisch gesehen, „Schwarze Bereiche“, sprich weniger aktive Bereiche, im Gehirn. Das wiederrum verursacht Inaktivität, Blockaden und falsche Assoziierungen, die neuen Input verhindern. Letztendlich verhindert es bei Mitarbeitern neue Dinge auszuprobieren und sich weiterzuentwickeln. Dabei sind Märkte und Konsumenten nie die gleichen, was einen erneuten Versuch der Einführung eines Produktes zusprechen sollte.

Alles in allem, ist es wichtig, den Fehlschlag zu akzeptieren, daraus bestmöglich zu lernen und weiterzumachen. Ursprung von Kreativität sind die aktiven Bereiche des Gehirns. Ereignisse, bei denen etwas klappt, stimuliert diese Bereiche – und das ist die Zielkondition auf die es zuzuarbeiten gilt.

Zweitens, Ideen gilt es vor der Implementation zu testen. Testen ist günstig geworden und ist es der schnellste Weg, um Erfahrungen zu machen. Die Umsetzung ist besser als das Denken. Rate based learning, oder auch effizientes Lernen ist ein Konzept, bei dem der Anteil vom Lernen relativ zu den Kosten und der Zeit des Scheiterns maximiert wird. Sprich, bevor ein Produkt auf den Markt geworfen wird, sollte es mehrere Testrunden durchlaufen mit einem limitierten Budget und einer Entwicklung durch Lernen. Erst dann bietet es sich an ein Projekt auszuweiten.

Drittens, man sollte den Affen zuerst beim Schopf packen, der Affe steht hierbei für den schwersten Teil eines Projekts mit den meisten unbekannten Aspekten. Diese gilt es zunächst zu lösen bevor mit der Planung und Verausgabung an anderen Stellen weitergemacht wird.

Viertens, die Erstellung von “Kill Kriterien”. Vor dem Start eines Projekts werden Kriterien oder Projektgrenzen erstellt, die das Projekt terminieren. Fünftens, das Ausschließen von Angst vor dem Versagen, indem die Mitarbeiter trotz allem entlohnt werden. Und schließlich, das Kultivieren von regelmäßigen Treffen um Kollegen zu motivieren und Fehler zu feiern.

Nun zu Mission & Zweck, ein Baustein, der oft komplett vernachlässigt oder vergessen wird durch Unternehmen.

Mission & Zweck: Gibt euren Mitarbeitern einen Zweck durch ein glaubwürdiges Unternehmensziel.

Um Mitarbeiter gezielt zu motivieren ist es wichtig das Model des Goldenen Kreises nach Simon Synnec zu verstehen. Dies vereint die Unternehmens- und Mitarbeiterperspektive, indem es Fragen stellt wie „Warum machen wir etwas?“, „Was machen wir?“ und „Wie machen wir etwas?“. Das Problem hierbei ist, dass viele Unternehmen nicht wissen, warum sie etwas machen. Deshalb ist das Formulieren eines glaubwürdigen Unternehmensziels wichtig. Hierbei genügt ein Satz, mit einem Verb, was man macht, einem Ziel und einem Resultat – 8 Words, that’s it.

Singularity Summit 2018

Und zum Schluss Menschen, die Basis für das Organisationsmodell, welches Kontinuität und Routinen benötigt.

Menschen: “Das Geschäft des Geschäfts sind Menschen. Gestern, heute und für immer.”

Das Rückgrat einer Organisation ist es, sich um seine Leute zu kümmern, was Finette mit dem Putzen der Zähne vergleicht.

Die Ausrichtung der 7 Schichten, ausgeschlossen der Märkte, ermöglicht es ein unglaublich robustes Unternehmen zu bauen. Dies wird, so Finette, insbesondere durch kultivierte Rituale, das Lernen und ein glaubhaftes Unternehmensziel hervorgebracht.

 

 

 

 

 

 

 

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